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Die Deutschen (10 DVDs im Geschenkschuber)
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Preis bei Amazon: EUR 64,95, Angebote ab EUR 54,54
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Dezember 2008
Produktbeschreibung
Ein Jahrtausend deutscher Geschichte in einer zehnteiligen Dokumentarreihe: Das ZDF spannt mit dem Programmschwerpunkt "Die Deutschen" den historischen Bogen von den Anfängen unter Otto dem Großen im 10. Jahrhundert bis zur Ausrufung der ersten deutschen Republik durch Philipp Scheidemann im November 1918.
Wie die deutsche Vielfalt erst über Jahrhunderte zur Vereinigung führte, wie sich das Ringen um Einheit und Freiheit in der Mitte Europas gestaltete, ist in der bislang aufwändigsten Dokumentarreihe zur deutschen Geschichte dargestellt. Die entscheidenden Wendepunkte wurden, eingebettet in dokumentarische Sequenzen, szenisch rekonstruiert. Insgesamt kamen - neben namhaften Schauspielern - mehrere hundert Komparsen zum Einsatz. Fast fünfhundert hochkarätige 3D-Grafiken und Computeranimationen sowie eindrucksvolle Luftaufnahmen von historischen Schauplätzen und Landschaften machen die Filme zu einem Erlebnis.
Eine bewegende Zeitreise in ein Land mit wechselvoller Geschichte.
5 Kundenrezensionen:
Sehr gute Doku, nicht für Jedermann erschwinglich
2 von 5 PunktenDa ich nicht alle Folgen im Fernsehen verfolgen konnte, nahm ich mir vor, die Serie einfach im Handel zu erwerben, wenn sie als Box auf den Markt kommt. Bei dem hohen Preis schrecke ich jetzt aber davor ab.
Dabei finde ich diese Serie sehr wichtig, weil sie doch auf spannende und vor allem sehr verständliche Weise unsere deutsche Geschichte vermittelt. Da ist es wirklich jammerschade, dass sie für den Verbraucher, der auf sein Geld achten muss, schlicht unerschwinglich ist.
Keine Atempause - Geschichte wird gemacht!
5 von 5 PunktenMit der Entwicklung der zehnteiligen Sendung "Die Deutschen" hat das ZDF endlich eine Brücke zwischen einer ernstzunehmenden Geschichtsdarstellung und dem Massenpublikum geschlagen. Auch wenn die feine FAZ die Nase rümpfte, wird jeder, der nur ein halbes Jahr Geschichte in der Schule unterrichtet und das ganze Elend der dort vorherrschenden medialen Präsentation gekostet hat, die neue Serie uneingeschränkt begrüßen.
Schon die erste Folge "Otto und das Reich" vermag die Gründung Deutschlands als Folge der ungarischen Bedrohung, die Konstruktion des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und seine Organisation durch das Ottonische Reichskirchensystem im 10. Jhdt. recht plausibel darzustellen. Der zweite Teil "Heinrich und der Papst" stilisiert das Drama von Canossa vielleicht ein wenig zu monothematisch, aber das Grundmotiv des Kampfes zwischen Kaiser und Papst wird recht deutlich herausgearbeitet. Im dritten Teil "Barbarossa und der Löwe" geht es um die Entstehung der deutschen Landesherrschaft, dargestellt am Beispiel Heinrichs des Löwen. Schade, dass von hier aus kein Weg zur Goldenen Bulle von 1356 und zum Spätmittelalter führt. Stattdessen setzt die Serie erst wieder bei Luther ein (4. Folge ), dessen reformatorischer Furor recht dramatisch rüberkommt. Im Grunde handelt auch "Wallenstein und der Krieg" von der Reformation, und zwar vom schrecklichen Effekt der Religionsspaltung im Dreißigjährigen Krieg (5. Folge). Die Auseinandersetzung zwischen Friedrich II und der Kaiserin Maria Theresia gehört zu den besten Partien des Werkes. Die Schlachten von Hochkirchen, Leuthen, Kunersdorf, die Reformen des Königs und der Unterschied zwischen dem toleranten Österreich und dem militaristischen Preußen werden auch nur mäßig Geschichtsinteressierte so schnell nicht vergessen (6. Folge ). Dann klopft die Weltgeschichte wieder an Deutschlands Tore, denn Napoleon steht vor der Türe und erzwingt in Deutschland tief greifende Reformen ("Napoleon und die Deutschen"- Folge 7). Ein darstellerische Fehlbesetzung schmälert ein wenig den Genuss der Folge "Robert Blum und die Revolution"(Folge 8 ), in der an sich die Revolution von 1848 an sich ganz gut dargestellt wird - wenn nur Robert Blum nicht dauernd so unsäglich herumlispeln würde. Befremdlich allerdings erscheint die positive Grundierung des Bismarcks Attentat am Beginn der Folge "Bismarck und das Deutsche Reich" (9. Folge ), die ansonsten ganz ausgezeichnet Bismarcks Doppelgesicht als erfolgreicher Außenpolitiker und bedenkenloser Machtmenschen im Innern widerspiegelt. Nach so viel gelungenen Folgen kann man die letzte ("Wilhelm und die Welt - Folge 10)leider vergessen. Sie ist ganz im Unterschied zu den neun vorhergehenden Folgen ein Sammelsurium von Szenen und Ereignissen aus einer dreißigjährigen Regierungszeit, an deren Ende man ein wenig ratlos zurückbleibt.
Abgesehen vom letzten Teil aber ist jede einzelne Folge ihr Geld wert, und ich behaupte, dass ein Schüler, der sich diese Serie dreimal aufmerksam ansieht, mehr über Geschichte lernt als der Durchschnitt seiner Altersgenossen, der im Geschichtsunterricht jahrelang vor sich hin pennt. So kann ich diese Cassette auch zu dem deftigen Preis von über 60 Euro uneingeschränkt empfehlen. Am besten gelungen sind meiner Ansicht nach: Otto(1), Barbarossa (3) Wallenstein (5) Friedlich II (6) und Bismarck (9).
Parforceritt durch 1000 Jahre
2 von 5 PunktenDer Gedanke, 1000 Jahre deutscher Geschichte an 10 ausgewählten "Zeitpunkten" festzumachen, kann mich nicht überzeugen. Diese werden in epischer Breite und Spielszenen nachgestellt, aber alles andere bleibt außen vor. So ist zwischen Barbarossa und Luther im Mittelalter nichts erwähnenswertes in Deutschland passiert? Wie ist es mit der Rolle Deutschlands in der Mitte Europas über die Jahrhunderte, der Einflußnahme anderer Mächte, um einen geschlossenen Herrschaftsbreich zu verhindern? Das Verhältnis Frankreich- Deutschland vom 17. bis zum 20. Jahrhundert? Die Hanse, der deutsche Orden? Ist der Föderalismus wirklich so toll? Die Serie schließt mit einem phantasielosen Teil über Wilhelm II. ab, über die deutsche Rolle beim Ausbruch des ersten Weltkriegs wird lieber nichts gesagt und über alles nach 1918/19 auch nicht. 1933-45 mag ja schon hundertfach diskutiert worden sein, aber zumindest die Weimarer Republik als erster deutschen Demokratie hätte einen eingenen Teil verdient. Der Preis tut sein übriges dazu!
Ein Millennium deutscher Geschichte - spannend verpackt auf 10 DVDs
5 von 5 PunktenUnter der Federführung von Professor Guido Knopp ist dieser aufwändig produzierte ZDF-Dokumentations-Mehrteiler entstanden - auf insgesamt zehn DVDs werden ebenso viele Epochen der deutschen Geschichte des vergangenen Millenniums dargestellt.
Dabei hat sich Guido Knopp zehn historische Persönlichkeiten, die für ihre Zeit, deren Denken und die Entwicklung der deutschen Nation gewissermaßen repräsentativ waren, herausgegriffen, um den Bogen zu spannen über die über ein Jahrtausend reichende Geschichte der Deutschen. Hier bewahrheitet sich der Ausspruch, dass Geschichte niemals nur langweiliges, aneinander gereihtes Faktenwissen ist. Vielmehr ist ein abwechslungsreiches, vielfarbiges und ungemein faszinierendes Gesamtporträt dieser "verspäteten Nation" entstanden - ein Kaleidoskop, welches die wechselhafte und von allerlei tiefgreifenden politischen sowie sozialen Zerrüttungen und Konflikten geprägte Geschichte des "Täusche-Volks", wie die Deutschen einmal von ihrem eigenen Philosophen - Friedrich Nietzsche - umschrieben wurden, widerspiegelt und nachempfinden lässt.
Die Epochen im Einzelnen:
- Otto und das Reich
- Heinrich und der Papst
- Barbarossa und das Kaisertum
- Luther und die Nation
- Wallenstein und der Krieg
- Preußens Friedrich und die Kaiserin
- Napoleon und die Deutschen
- Robert Blum und die Revolution (Anm.: Mitglied der Paulskirchenversammlung 1848)
- Bismarck und das Deutsche Reich
- Wilhelm und die Welt
Eine kleiner DVD-Tipp für diejenigen, die sich weitergehend für den Zerfall der Weimarer Republik, den Niedergang der demokratischen Kultur und die Diktatur der Nationalsozialisten bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs interessieren: Die nach dem gleichnamigen Buch von Joachim C. Fest entstandene, hervorragende Dokumentation "Hitler - Eine Karriere" [Hitler - Eine Karriere].
Im Ganzen ist eine sehr, sehr schöne und zudem optisch und darstellerisch beeindruckende TV-Dokumentation herausgegeben worden (auch wenn die Darsteller den von ihnen verkörperten Figuren teilweise recht unähnlich sehen), die dem breitgefächerten historischen Fundus der Deutschen gerecht wird und darüber hinaus Lust macht, die Geschichte der eigenen Nation zu entdecken. Ich kann diese DVD-Box jedem geschichtlich Interessierten nur wärmstens weiterempfehlen - vor allem auch als Geschenk eignet sich dieser schön anzusehende Schuber meiner Ansicht nach hervorragend! Von mir gibt es summa summarum die verdiente Höchstpunktzahl.
Von Otto bis Wilhelm: Das Geschichtsbewusstsein der Deutschen wird neu geformt
5 von 5 Punkten"Wenn der Zuschauer am Ende der Serie sagen kann: 'Ja, das war eine interessante, spannende und gute Geschichte', dann habe ich mein Ziel erreicht." So äußerte sich sinngemäß Deutschlands Chefhistoriker Guido Knopp zum Zweck der ZDF-Reihe "Die Deutschen", die in zehn Teilen einen Bogen von Otto dem Großen bis zu Kaiser Wilhelm II. spannt. Noch bis vor wenigen Jahren wäre so eine Aussage undenkbar gewesen und hätte für große Unruhe gesorgt. Nicht auch zuletzt aufgrund der mannigfaltigen Produktionen der Knopp-Maschinerie, war das kulturelle Gedächtnis Deutschlands auf den Zweiten Weltkrieg fokussiert. In Schulen, Universitäten und im allgemeinen öffentlichen Diskurs definierte sich das Geschichtsverständnis der Deutschen in weiten Teilen aus den Jahren zwischen 1933 und 1945 und die vorhergehenden Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte, wurden von einer breiten Masse der Geschichtsinteressierten nur unter dem Aspekt betrachtet, inwiefern hier denn bereits Vorbedingungen für den Nationalsozialismus angelegt gewesen seien. Von dieser Prämisse macht sich die Serie völlig frei. Die Leitfragen von "Die Deutschen" lauten vielmehr: Was ist Deutsch? Wer sind die Deutschen? Ab wann begannen die Menschen, sich als Deutsch zu betrachten und zu bezeichnen? Wie wurde Deutschland zu einer Nation? Und bei aller möglichen Kritik, auf die ich am Ende meiner Rezension eingehen werde, und auch bei aller Vorbehalte gegen Guido Knopp und seiner Herangehensweise an Geschichte, will ich als Geschichtsinteressierter und Geschichtslehrer bereits an dieser Stelle sagen, dass dem ZDF mit dieser Serie eine hervorragende Produktion gelungen ist, die das Potential hat, das Geschichtsbewusstsein der Deutschen nachhaltig zu beeinflussen und dazu anregt, sich näher mit der Entwicklungsgeschichte unserer Sprache, unserer Kultur und unserer Nation zu beschäftigen.
Folgende Themen/Personen werden in der Serie behandelt: Otto und das Reich, Heinrich und der Papst, Barbarossa und der Löwe, Luther und die Nation, Wallenstein und der Krieg, Preußens Friedrich und die Kaiserin, Napoleon und die Deutschen, Robert Blum und die Revolution, Bismarck und das Deutsche Reich und Wilhelm und die Welt. Sämtliche Teile der Serie bestehen aus aufwendig inszenierten Spielsequenzen, die den Sinn und Zweck verfolgen, entscheidende geschichtliche Ereignisse und Momente zu verdichten und für den Zuschauer anschaulich darzustellen. So wird gezeigt, wie Heinrich IV. 1077 vor der Burg in Canossa drei Tage lang im Schnee ausharrt, um vom Papst Gregor VII. vom Bann gelöst zu werden. Durch das die Serie wie ein roter Faden durchziehendes Prinzip der Anschaulichkeit werden dem Zuschauer auch sehr schön die Hintergründe solcher Ereignisse deutlich gemacht. Warum nahm Heinrich IV. diese Tortur auf sich? War er wirklich ein reuiger Sünder. Nein, wohl eher nicht. Vielmehr war seine Aktion wahrscheinlich ein brillant inszenierter Akt des politischen Kalküls, da er als gebannter König untragbar gewesen wäre. Und wieso ließ sich Gregor VII. dazu überzeugen, seinem Erzfeind im Kampf weltliche Macht gegen geistliche Macht die gewünschte Bannaufhebung zu erteilen? Ehrliche Rührung? Auch hier wohl eher nein. Als Papst war er aber dazu verpflichtet, Vergebung zu gewährleisten, so dass er wohl die politische Motivation Heinrichs erkannt hat, aber qua Amt dazu verpflichtet war, mit der geballten Faust in der Tasche dem sich reuig gebenden Sünder die Rückkehr in den heiligen Schoß der Kirche zu erlauben.
Neben der Anschaulichkeit, die viele Sachverhalte gut und verständlich auf den Punkt bringt und für den Zuschauer verständlich darstellt, glänzt die Serie durch eine Topbesetzung von Experten, die zwischen den Spielszenen das soeben Gezeigt einordnen, kommentieren und ergänzen. Dem ZDF ist es gelungen, einige der renommiertesten Historiker Deutschlands für ihre jeweiligen Spezialgebiete zu verpflichten. Gerd Althoff, Verfasser des Standardwerks Die Ottonen: Königsherrschaft ohne Staat und Stefan Weinfurter, der mit seinem Buch Canossa: Die Entzauberung der Welt für Aufsehen sorgte, kommentieren die Mittelalterepisoden der Serie. Lothar Gall und Wolfram Siemann, zwei der führenden Größen über die Entwicklungen der liberalen Bewegungen in
Deutschland sowie die Revolution von 1848, sind für die Episoden, die das 19. Jahrhundert behandeln, verantwortlich. Und Heinrich August Winkler, schließlich, der mit seinem im Jahr 2000 erschienen Buch Der lange Weg nach Westen. das Standardwerk über die Geschichte Deutschlands von der Französischen Revolution bis zur Wiedervereinigung unter der Leitfrage "Einheit oder Freiheit" geschrieben hat, fungiert in den beiden abschließenden Teilen als ein Experte.
Natürlich gibt es viele Dinge, die man an der Produktion kritisieren kann. Ist diese ganze Personalisierung überhaupt zulässig? Kann man von einer Person ausgehend ein adäquates Bild einer geschichtlichen Entwicklung aufzeigen? Was ist mit den Strukturen, die dem Handeln von Personen zu Grunde liegen und dieses oftmals überhaupt erst möglich machen? Warum beginnt man mit Otto I. und nicht bereits mit Karl dem Großen oder gar der Varusschlacht? Reduziert die Serie nicht viel zu sehr? Wird der Inhalt nicht zu sehr dem Prinzip der Anschaulichkeit geopfert? Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Dennoch bin ich der Meinung, dass es der Serie in jeder ihrer Episoden gelingt, von einer Person ausgehend wichtige ereignis- und strukturelle Aspekte deutscher Geschichte auf populärwissenschaftlichem Niveau verständlich, ansprechend und für den Zuschauer gewinnbringend zu behandeln. Natürlich genügt diese Serie keinen wissenschaftlichen Kriterien. Dieses Ziel hat sie auch überhaupt nicht. Für ein Publikum, welches sich den genannten Themen auf wissenschaftlichem Niveau nähern möchte, finden sehr schnell, sehr viele Publikationen. Ein paar Verfasser von Standardwerken habe ich genannt. Hier geht es vielmehr darum, ein breites Publikum vereinfacht, aber historisch korrekt, über geschichtliche Entwicklungen zu informieren, die im populärwissenschaftlichen Diskurs bisher keine Rolle gespielt haben. Darin liegt das große Verdienst der Serie, die trotz vieler Aspekte, die man kritisieren könnte, allen Interessierten wärmstens zu empfehlen ist.

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